Erfahrungsbericht - RopeFlow Basics Trainer Ausbildung

Kinwire RopeFlow Trainer Ausbildung

„Erst müssen wir die Vokabeln lernen, daraus entsteht die Sprache und erst damit ist Poesie möglich.“ Diesen Vergleich zieht Kinwire-Coach Elias gleich zu Beginn der zweitägigen Ropeflow-Basics Ausbildung für Trainer*innen. Der Sprach-Vergleich resonniert so stark mit mir, dass er in mir nachhallt - auch heute noch, zwei Wochen nach der Ausbildung. Doch nicht nur dieser Vergleich resonniert mit mir, die ganze Ausbildung tut es.

Vor rund drei Monaten begann ich, das Rope regelmäßig zu schwingen. Die 8 Grundmuster versorgen meinen ganzen Körper mit Bewegungsvitaminen, sie ernähren mein wichtigstes Gelenk: die Wirbelsäule. Die Vokabeln zu lernen ist der erste Schritt der Ropeflow-Reise: Figure 8, Matador, Dragon Roll und Sneak in Overhand- und Underhand-Fashion. Nachdem ich die Vokabeln gelernt und verinnerlicht hatte, begannen sie in mir zu arbeiten – und ich mich ihnen: Ich spielte mit ihnen, kombinierte sie, fühlte sie. Jeden Tag begleiteten sie für 10 bis 15 Minuten mein aktive Bewegung. Flow würde ich das in meinem Fall bis dato allerdings nicht nennen. 

Kinwire-Coach Kevin hat zu Beginn der Ausbildung Momente versprochen, in denen es KLICK macht - in denen wir eine Erkenntnis haben, die uns niemand mehr nehmen kann. Mein erster dieser Momente kam früh am ersten Tag:
Ich bewegte mich mit meinem Rope und 11 weiteren Menschen durch Halle 3 der Sporthochschule in Köln und war zugleich fasziniert. Wir alle haben die gleichen Vokabeln gelernt, sprechen jedoch unsere eigene Sprache. Vergleichbar mit einem Dialekt, unterscheiden sich die 8 Grundmuster bei allen Teilnehmenden in ihren Nuancen. 

Bei der „Ropeflow-Basics“ Ausbildung geht es um diese 8 Grundmuster: Wie bringen sie den Körper in Bewegung? Worauf achte ich bei der Ausführung? Wie lassen sie sich vermitteln? Diesen Fragen gingen wir im Laufe des Wochenendes immer wieder auf den Grund; mal in der Gruppe, mal in Zweierteams erprobten wir unser Vokabular, unsere Aussprache, unsere poetischen Fähigkeiten. Alle Teilnehmenden merkten schnell: das Schwingen des Ropes geschieht intuitiv; das Schwingen in Worte zu kleiden und es anderen Menschen zu vermitteln fällt vielen ungleich schwerer. Umso wertvoller sind die Übungen mit Partner*innen. Sie bereiten auf das Vermitteln in der Praxis vor.

Der Kreis der Teilnehmer*innen ist bunt gemischt und reicht von Bewegungsenthusiast*innen über Physiotherapeut*innen hin zu Trainer*innen. Entsprechend vielfältig sind die Diskussionen, die in den Pausen geführt und die Themen, die beim gemeinsamen Abendessen zum Ausklang des ersten Tages besprochen werden. Hier merkte ich einmal mehr, dass ich mit Gleichgesinnten unterwegs bin; selten zuvor konnte ich in einem so großen Kreis mir fremder Menschen schweigend zuhören und mich an den interessanten Gesprächen der anderen erfreuen. Nach 4 Stunden Ausbildung und dem herbeigesehnten Abendessen war ich tiefenentspannt – und hundemüde. Auch wenn ich den Austausch in der Ropeflow-Community und mit den Gästen Manuel (Gravitycoach) und Ferdi (Movement Therapy) genossen habe, strich ich als einer der ersten die Segel und trat den Nachhauseweg an: Ich schaffte es kaum noch, die Augen aufzuhalten. 

Den zweiten Tag der Ausbildung empfand ich als noch intensiver als den ersten Tag. Dieser war noch nicht verarbeitet ist und wirkte entsprechend nach. Dazu kam der neue Input des Sonntags – die 4 verbleibenden Grundmuster. Auch sonntags hatte ich mehr als einen KLICK-Moment. Ich entdeckte Ropeflow-Muster neu, von denen ich dachte, dass ich sie beherrsche: sie werden erklärt, ich „verlerne“ sie durch das darüber-Nachdenken augenblicklich und habe keinen Schimmer mehr davon, wie ich das Muster reproduzieren soll; dann schaute ich mir die anderen Teilnehmer*innen in ihren Bewegungen an und plötzlich machte es KLICK – das Muster lief nun auch bei mir wieder automatisiert ab und fühlte sich dennoch komplett anders an als zuvor. Das Seil fordert und beeinflusst meinen Körper und mein Geist, was mich einmal mehr fasziniert.

Gespickt von solchen Momenten vergeht auch der zweite Tag der Ausbildung wie im Flug und als Coach Elias zum Ende der Ausbildung mit den Fingern schnippst, um uns ins Hier und Jetzt zurückzuholen, wundern wir uns alle, wo die Zeit geblieben ist. Für mich ist genau das eines der großen Geheimnisse des Ropeflows: es bringt mich in den Moment. Meine zu Beginn der Ausbildung geäußerte Intention „in den Flow“ kommen zu wollen, habe ich mir an diesem Wochenende mehr als einmal erfüllt. Ich fühlte mein Tun und war mit meinen Gedanken bei der Sache – eine Fähigkeit, die mir in meinem Alltag schwerfällt mit all den Ablenkungen, die nur darauf warten, meine Aufmerksamkeit zu erhaschen. 

Direkt nach dem Ausbildungswochenende spürte ich Veränderungen in meinem Gangbild, beim Radfahren fühlte ich mich dynamischer und „flowiger“. Ich habe mehr und mehr das Gefühl, dass das Rope für meine Wirbelsäule das ist, was Barfußschuhe für meine Füße sind: eine Befreiung. Bis heute bin ich in meiner Bewegungspraxis und in Alltagsbewegungen achtsamer und bin einmal mehr fasziniert davon, was ein Wochenende voller Bewegung und (Rope)Flow in mir auslöst – körperlich und geistig. Meine Reise hat mit der Ropeflow-Basics Ausbildung gerade erst begonnen und ich freue mich auf die nächsten Schritte. Ich bin mir sicher, dass auch Du Veränderungen spüren wirst, wenn Du Dich auf die Reise begibst – worauf wartest Du noch?

 

Autor: Dominik Albrech, Sportwissenschaftler (cand.) 

Die nächste RopeFlow Basics Trainer Ausbildung findet am 20. & 21.05.23 statt. Alle Infos findest Du hier: https://kinwire.de/collections/kurse-ropeflow/products/kinwire-ropeflow-basics-trainer


1 Kommentar


  • Nico

    Lieber Dominik, lieber Kommentarleser,
    auch ich war bei dieser Ausbildung dabei und mir geht bei diesen wunderbaren Worten das Herz auf 💓 und ich muss über das gesamte Gesicht grinsen 😁. Eine so schöne Beschreibung von diesem magischen Wochenende mit den wunderbaren persönlichen Erfahrungen unterschreibe ich genau so 🙏.
    Liebe Grüße Nico 👋


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